The Dreamers und Street Photography: Jugend, Innenräume und cineastisches Sehen
The Dreamers ist stärker Innenraum als Strasse, stärker Kino-Fieber als klassischer Stadtfilm. Trotzdem gehört er in diesen Cluster, weil er zeigt, wie sehr Sehen von Bildern geprägt wird, die man schon in sich trägt.
Kurz zur Handlung
Ein amerikanischer Student in Paris lernt ein Geschwisterpaar kennen. Während draussen die politischen Unruhen von 1968 wachsen, ziehen sich die drei in eine Wohnung zurück, in der Kino, Begehren, Spiel und Abhängigkeit ineinanderlaufen.
Die Atmosphäre: der eigentliche Grund, hinzuschauen
Die Atmosphäre ist warm, eingeschlossen, jugendlich, überhitzt. Paris ist nicht ständig sichtbar, aber es drückt von draussen gegen die Fenster. Innen entsteht eine Welt aus Filmzitaten, Körpern, Büchern, Musik und Träumen.
Was daran für Street Photography interessant ist
Für Street Photography ist daran spannend, dass der Film daran erinnert: Wir fotografieren nie ganz unschuldig. Wir tragen Kino, Bilder, Bücher, Plakate, Erinnerungen mit uns herum. Manchmal sehen wir auf der Strasse etwas, weil ein Film uns vorher beigebracht hat, dass es so aussehen kann.
Was ich beim Fotografieren daraus mitnehmen würde
Mitnehmen kann man die Frage: Welche Bilder schaue ich zu oft an? Und welche helfen mir wirklich, draussen genauer zu sehen, statt nur eine Kopie zu suchen?
Warum mich dieser Film fotografisch nicht loslässt
The Dreamers ist stärker Innenraum als Strasse, aber gerade deshalb interessant. Der Film zeigt Menschen, die so sehr von Kino, Bildern und Ideen leben, dass die Welt draussen fast wie eine zweite Leinwand wirkt.
Für Street Photography ist das ein schöner, aber auch heikler Gedanke. Wir tragen alle Bilder mit uns herum. Filme, Bücher, alte Fotos, Instagram, Ausstellungen, Erinnerungen. Man sieht draussen nie ganz roh. Man erkennt Dinge, weil man vorher schon Bilder im Kopf hatte.
Mich interessiert daran die Frage, wann Inspiration hilft und wann sie den Blick verengt. Ein Film kann einem beibringen, Licht anders zu sehen. Er kann aber auch dazu führen, dass man draussen nur noch nach der Kopie sucht. Gute Street Photography beginnt für mich dort, wo die Erinnerung an Bilder wach bleibt, aber die echte Situation trotzdem gewinnen darf.