Dauerlicht ist für Fotografie dann sinnvoll, wenn du die Lichtwirkung vor der Aufnahme sehen und ruhig aufbauen möchtest. Für Portraits, Produkte, Makro und kleine Studios ist eine gute LED-Leuchte besonders verständlich. Sie ersetzt einen Blitz aber nicht automatisch: Leistung, Abstand, Bewegung und Raum entscheiden.
Welches Dauerlicht passt zu deiner Fotografie?
Für einen kleinen Tischaufbau reicht oft ein kompaktes Panel. Portraits mit Softbox brauchen mehr Leistung und eine stabile Befestigung. Wer mobil arbeitet, prüft Akkuoptionen; im festen Studio sind Netzbetrieb, leiser Lüfter und ein verbreiteter Lichtformer-Anschluss meist wichtiger.
Dauerlicht passend zu Aufgabe und Lieferland auswählen
Entscheide zuerst über Leistung, Lichtformung, Stromversorgung und Platz. Deutschland und Schweiz bleiben klar getrennt.
Für Deutschland – Calumet
Godox ML100Bi LED-Light Kit 2
Zwei kompakte Bi-Color-Leuchten für mobile und kleine Aufbauten.
Passt, wenn: du zwei Lichtpositionen flexibel aufbauen und die Farbtemperatur anpassen willst.
Beachte: Stative und Lichtformer gehören zum Gesamtaufbau und müssen zur Last passen.
Godox SL-100D LED-Leuchte
Ein netzbetriebenes Tageslicht für einen festen, einfachen Lichtplatz.
Passt, wenn: du mit einer Leuchte starten und das Licht über einen passenden Bowens-Lichtformer weich machen willst.
Beachte: Feste Farbtemperatur und Netzbetrieb müssen zu deinem Einsatz passen.
Godox SL-150W III LED-Dauerlicht
Ein stärkeres Tageslicht für grössere Lichtformer und mehr Motivabstand.
Passt, wenn: du Portraits oder Produkte mit mehr Abstand und einer grösseren Softbox fotografierst.
Beachte: Feste Farbtemperatur, Netzbetrieb und mögliche Lüftergeräusche müssen zum Einsatz passen.
Godox Litemons LP600Bi 3er-Kit
Ein dreiteiliges Panel-Set für mehrere Lichtpositionen.
Passt, wenn: du Haupt-, Aufhell- und Hintergrundlicht getrennt setzen möchtest.
Beachte: Drei Leuchten ersetzen keine Planung; beginne trotzdem mit einer und ergänze bewusst.
Für die Schweiz – MediaMarkt Schweiz
Rollei Compact 40W RGB LED-Dauerlicht
Ein kompaktes RGB-Licht für kleine Sets und farbige Akzente.
Passt, wenn: du neben neutralem Licht gezielt Farbe einsetzen möchtest.
Beachte: RGB-Effekte sind kein Ersatz für ausreichende Helligkeit und sauberes Hauptlicht.
Rollei LUX Compact RGB
Eine kleine RGB-Leuchte für Akzent-, Hintergrund- und Nahbereichslicht.
Passt, wenn: du eine mobile Ergänzung für enge Räume oder kleine Motive suchst.
Beachte: Für eine grosse Softbox oder Ganzkörperportraits ist eine stärkere Leuchte sinnvoller.
Rollei Mini Creator RGB
Eine kleine RGB-Videoleuchte für kurze Distanzen und Akzente.
Passt, wenn: du wenig Gewicht mitnehmen und kleine Flächen oder Hintergründe beleuchten willst.
Beachte: Die kleine Bauform begrenzt Reichweite und Lichtformung.
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Dauerlicht oder Blitz?
Dauerlicht zeigt Schatten, Reflexe und Helligkeitsverteilung sofort. Das erleichtert Lernen und präzise Produktaufnahmen. Ein Blitz liefert in kurzer Zeit deutlich mehr Licht, friert Bewegung besser ein und bleibt bei hoher Leistung oft kühler. Für Menschen in Bewegung, sehr kleine Blenden oder helles Umgebungslicht ist Blitz deshalb im Vorteil. Die praktische Blitzgrundlage findest du unter Fotografieren mit Blitz.
| Entscheidung | Dauerlicht | Blitz |
|---|---|---|
| Licht vorab sehen | direkt | über Einstelllicht oder Testaufnahme |
| Bewegung einfrieren | abhängig von Verschlusszeit und Leistung | sehr gut mit kurzer Abbrennzeit |
| Einfacher Einstieg | meist leichter verständlich | braucht Belichtungs- und Synchronverständnis |
| Video | geeignet | nicht als Dauerquelle |
Leistung: nicht nur auf Watt schauen
Watt beschreibt vor allem die elektrische Aufnahme, nicht direkt die Helligkeit am Motiv. Vergleiche Messwerte bei gleicher Distanz und mit gleichem Reflektor. Eine grosse Softbox schluckt Licht; doppelter Abstand reduziert die Beleuchtungsstärke deutlich. Plane deshalb Motivgrösse, Blende, ISO und Abstand gemeinsam.
Farbtemperatur und Farbwiedergabe
Bi-Color-Leuchten lassen sich an warmes oder kühles Umgebungslicht anpassen, verlieren an den Randbereichen aber je nach Modell Leistung. Für Haut, Produktfarben und Mischlicht sind eine stabile Farbtemperatur und gute Farbwiedergabe wichtiger als RGB-Effekte. Kontrolliere Weissabgleich und Histogramm, statt dich allein auf das Display der Leuchte zu verlassen.
Dauerlicht weich machen
Eine kleine nackte LED erzeugt harte Schatten. Weicher wird das Licht, wenn die wirksame Lichtfläche im Verhältnis zum Motiv wächst und näher kommt. Wie du Grösse, Anschluss und Bauform wählst, erklärt die Softbox-Kaufberatung. Achte auf Anschluss, Gewicht und Hitzeverträglichkeit. Nicht jede kleine Leuchte kann eine grosse Softbox gleichmässig füllen.
Akku, Netzteil und Lüfter
Akku ist praktisch, wenn keine Steckdose erreichbar ist oder Kabel im Weg wären. Netzbetrieb eignet sich für längere, wiederholbare Sessions. Bei Interviews oder stillen Räumen kann ein Lüfter stören; für reine Fotografie ist das Geräusch meist weniger wichtig, die thermische Stabilität aber weiterhin relevant. Verlege Kabel so, dass niemand über sie läuft, und sichere die Leuchte auf einem passenden Lichtstativ.
Lux, Abstand und Lichtformer gemeinsam beurteilen
Bei Dauerlicht ist die Helligkeit am Motiv wichtiger als eine beeindruckende Wattzahl auf dem Gehäuse. Lux-Angaben sind nur vergleichbar, wenn Messabstand, Reflektor, Abstrahlwinkel und Farbmodus genannt werden. Ein enger Standardreflektor kann auf einen Meter einen hohen Wert liefern, obwohl dieselbe Leuchte hinter einer grossen Softbox deutlich weniger Licht am Motiv erzeugt.
Plane deshalb rückwärts vom Bild: Welche Blende und Verschlusszeit brauchst du, wie gross ist das Motiv, wie nah darf die Lichtquelle stehen und welcher Lichtformer soll davor? Verdoppelst du bei einer kleinen, annähernd punktförmigen Quelle den Abstand, fällt die Beleuchtungsstärke theoretisch auf ungefähr ein Viertel. In einem realen Raum verändern Reflexionen und grosse Lichtflächen das Ergebnis, doch die Richtung bleibt klar: Abstand kostet sehr schnell Licht.
Flimmern und Banding erkennen
LED-Licht kann bei kurzen Verschlusszeiten oder elektronischem Verschluss Streifen und wechselnde Helligkeit erzeugen. Ursache ist meist die Art, wie die Leuchte gedimmt wird oder wie Netzfrequenz, Pulsung und Sensorauslesung zusammenspielen. Ein auf dem Display ruhiges Licht ist deshalb nicht automatisch flimmerfrei.
Prüfe eine neue Kombination mit einer gleichmässigen Fläche und mehreren Verschlusszeiten. Tauchen horizontale oder vertikale Bänder auf, helfen je nach Kamera eine längere Verschlusszeit, mechanischer Verschluss, eine andere Dimmstufe oder eine hochwertigere Leuchte. Für Serien und Video ist diese Prüfung wichtiger als ein zusätzlicher RGB-Effekt.
Ein Licht für Portrait, Produkt und Makro einsetzen
Portrait: Setze eine grössere Lichtfläche seitlich oberhalb des Gesichts und beginne relativ nah. Drehe die Quelle, bis Augenreflex, Nasenschatten und Übergang zur Schattenseite zusammenpassen. Ein Reflektor gegenüber hebt die Schatten an, ohne eine zweite aktive Leuchte einzuführen.
Produkte: Beobachte nicht nur die Helligkeit, sondern die Spiegelung der Lichtfläche. Auf Glas, Metall und lackierten Flächen wird die Form der Softbox selbst zum Gestaltungselement. Verschiebe zuerst Licht und Abschatter, bevor du Reflexe in der Bearbeitung bekämpfst.
Makro: Kleine Arbeitsabstände verlangen kompakte Lichtführung. Bringe Diffusion nah an das Motiv, ohne Objektiv oder Motiv zu berühren, und kontrolliere Wärme, Schatten des Objektivs sowie den Hintergrund. Eine kleine Leuchte kann hier sinnvoller sein als ein grosses Studiomodell.
Dauerlicht vor dem Kauf vollständig prüfen
- Helligkeitsangaben bei vergleichbarem Abstand und Lichtformer lesen
- Farbwiedergabe nicht nur über einen einzelnen Kennwert beurteilen
- Bowens-, Mini-Bowens- oder proprietären Anschluss eindeutig bestimmen
- Gewicht von Leuchte, Netzteil und Lichtformer zusammenrechnen
- Flimmerverhalten bei den eigenen Verschlusszeiten prüfen
- Netzbetrieb, Akkusystem, Lüfter und Ersatzteile zum Einsatz passend wählen
So wird aus der Leuchte ein funktionierendes System. Fehlt nur ein passender Anschluss oder ein tragfähiges Stativ, hilft auch die beste Lichtqualität wenig.
Meine fotografische Einordnung
Seit 2018 fotografiere ich vor allem in Basel und häufig bei Nacht. Dabei sehe ich, wie stark Richtung, Farbe und Verhältnis zum Umgebungslicht die Bildwirkung verändern. Für ein kontrolliertes Setup würde ich deshalb nicht mit möglichst vielen Leuchten starten, sondern mit einer Quelle, einem klaren Ziel und bewusster Schattenbeobachtung.
Häufige Fehler
- zu kleine Leuchte zu weit vom Motiv entfernt
- RGB-Farbe statt sauberem Hauptlicht priorisiert
- Softbox und Anschluss nicht auf Kompatibilität geprüft
- Weissabgleich bei Mischlicht ignoriert
- grossen Lichtformer auf ein zu leichtes Stativ gesetzt
Fazit: zuerst Lichtaufgabe, dann Leuchte
Für den Einstieg ist ein ausreichend starkes Bi-Color-Dauerlicht mit passender Softbox oft der flexibelste Weg. Kleine RGB-Leuchten eignen sich als Akzent, nicht automatisch als Hauptlicht. Plane Leistung, Abstand, Lichtformer, Strom und Sicherheit als ein System. Für den gesamten Aufbau hilft der Ratgeber Fotostudio zuhause einrichten.
Häufige Fragen zu Dauerlicht
Ist Dauerlicht gut für Fotografie?
Ja, besonders für ruhige Motive und kontrollierte Setups. Bei schneller Bewegung oder sehr hoher benötigter Lichtleistung ist Blitz oft effizienter.
Welche Farbtemperatur ist sinnvoll?
Eine feste Tageslichtleuchte ist einfach, Bi-Color flexibler bei Mischlicht. Entscheidend sind konsistente Farbe und ein passender Weissabgleich.
Brauche ich eine Softbox?
Nicht zwingend, aber für weiches Portrait- oder Produktlicht ist ein passender Lichtformer meist sinnvoller als eine nackte kleine LED.



