Zeiten Bilder von Barbara Klemm ist ein Fotobuch, das man nicht nur wegen einzelner berühmter Motive anschauen sollte. Mich interessiert daran vor allem, wie konsequent hier Geschichte, Alltag, Politik, Kunst und fotografische Haltung zusammenkommen. Es ist ein Bildband über Zeitgeschichte, aber auch ein Buch über den entscheidenden Moment, über Zurückhaltung und über die Kraft eines präzisen Schwarzweissbildes.
Ich schaue dieses Buch aus der Perspektive eines Fotografen an, der selbst seit 2018 ungestellte Szenen im öffentlichen Raum fotografiert. Natürlich sind Klemms Bilder keine einfache Street-Photography-Vorlage. Aber vieles, was ihre Arbeit stark macht, ist auch für dokumentarische und ungestellte Fotografie wichtig: Geduld, Distanz, Komposition, Timing und ein Blick, der eine Situation nicht nur registriert, sondern verdichtet.

Kurz gesagt: Warum lohnt sich Barbara Klemm Zeiten Bilder?
Zeiten Bilder lohnt sich, wenn dich Fotografie interessiert, die nicht laut sein muss, um lange zu wirken. Das Buch versammelt Bilder aus fünf Jahrzehnten und zeigt, wie Barbara Klemm politische Ereignisse, gesellschaftliche Situationen, Menschen, Kunstorte und Alltagsmomente mit grosser Genauigkeit fotografiert hat. Es ist kein technisches Lehrbuch, aber eine sehr starke Schule des Sehens.
Für mich gehört das Buch in eine Reihe mit Fotobüchern, die nicht nur zeigen, was fotografiert wurde, sondern wie ein fotografischer Blick über Jahre hinweg entsteht. In meiner Übersicht zu Fotografie-Büchern und Bildbänden steht es deshalb eher auf der Seite von Haltung, Bildsprache und visueller Erfahrung als auf der Seite reiner Technik.
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Barbara Klemm
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Barbara Klemm: Zeiten und Bilder
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Wer ist Barbara Klemm?
Barbara Klemm zählt zu den prägenden deutschen Fotografinnen der Nachkriegszeit. Die Deutsche Börse Photography Foundation beschreibt sie als prominente Chronistin jüngerer deutscher Vergangenheit; sie fotografierte ab den 1960er-Jahren für die Frankfurter Allgemeine Zeitung Politik und Gesellschaft in der Bundesrepublik und der DDR. Viele ihrer Bilder sind nicht nur Pressefotografien geblieben, sondern Teil eines visuellen Gedächtnisses geworden.
Was mich an dieser Arbeit interessiert, ist ihre Zurückhaltung. Klemm fotografiert nicht so, als wolle sie eine Szene beherrschen. Ihre Bilder wirken oft kontrolliert, aber nicht kühl; nah, aber nicht aufdringlich. Gerade diese Mischung ist für dokumentarische Fotografie wichtig. Weitere biografische Informationen und Werkbeispiele findest du bei der Deutsche Börse Photography Foundation.
Worum geht es in Zeiten Bilder?
Der Band Zeiten Bilder versammelt laut Schirmer/Mosel 212 Photographien aus den Jahren 1969 bis 2019. Dazu kommen ein Vorwort von Norbert Lammert und ein Text von Barbara Catoir. Die Ausgabe ist gebunden, umfasst 288 Seiten und arbeitet mit Duotone-Tafeln. Schon diese Daten zeigen, dass es sich nicht um eine kleine thematische Auswahl handelt, sondern um einen grossen Rückblick auf ein fotografisches Werk.
Inhaltlich bewegt sich das Buch zwischen Politik, Gesellschaft, Kunst, Alltag und Geschichte. Besonders stark ist, dass die Bilder nicht nur Ereignisse zeigen. Sie zeigen auch Gesten, Blicke, Abstände, Räume und die Spannung zwischen Vordergrund und Hintergrund. Gute Reportagefotografie ist hier nicht nur Information. Sie ist Form, Haltung und Verdichtung.
Die wichtigsten Buchdaten sind beim Verlag Schirmer/Mosel dokumentiert. Beim Suchen nach dem Buch lohnt es sich, genau auf Titel und ISBN zu achten, weil im Handel mehrere Barbara-Klemm-Bände mit ähnlichen oder verkürzten Titeln auftauchen.
Was Fotografen aus diesem Buch lernen können
Mich interessiert an Zeiten Bilder besonders, wie ruhig viele Bilder gebaut sind. Auch wenn sie politische oder gesellschaftliche Situationen zeigen, wirken sie nicht hektisch. Die Bildränder sind wichtig. Der Hintergrund ist oft nicht Dekoration, sondern Teil der Aussage. Eine Wand, ein Fenster, ein Plakat, ein Raum oder eine Gruppe am Rand kann die Bedeutung eines Bildes verschieben.
Das ist ein Punkt, der direkt zur Bildgestaltung in der Street Photography führt. Gute ungestellte Fotografie entsteht nicht nur, weil etwas passiert. Sie entsteht, wenn Situation, Form, Licht und Timing für einen kurzen Moment zusammenfallen. Bei Klemm sieht man, wie viel Disziplin hinter Bildern steckt, die äusserlich selbstverständlich wirken.
Warum Zeiten Bilder auch für Street Photography interessant ist
Zeiten Bilder ist kein Street-Photography-Buch im engeren Sinn. Trotzdem gibt es viele Berührungspunkte. Barbara Klemm arbeitet mit öffentlichem Raum, politischen Bühnen, Alltagssituationen, Figuren im Raum und Momenten, die nicht wiederholbar sind. Entscheidend ist nicht, ob man das Genre streng benennt. Entscheidend ist, was man daraus über Beobachtung lernen kann.
Für Street-Fotografen ist besonders spannend, wie wenig Klemm auf Effekt setzt. Ihre Bilder brauchen keine laute Oberfläche. Sie funktionieren durch Klarheit, Timing und eine sehr genaue Beziehung zwischen Mensch und Umgebung. Das unterscheidet starke Fotografie von Bildern, die nur auf einen schnellen visuellen Reiz setzen.
Barbara Klemm im Vergleich zu anderen Fotobüchern
Im Vergleich zu Magnum Contact Sheets geht es bei Barbara Klemm weniger um Auswahlprozesse und Kontaktbögen. Im Vergleich zu Nan Goldins The Ballad of Sexual Dependency ist die Nähe anders: weniger persönlich-intim, stärker historisch und gesellschaftlich. Und im Vergleich zu Foto Jeck Basel ist der geografische Rahmen viel weiter, aber die Idee eines fotografischen Gedächtnisses bleibt verwandt.
Genau deshalb passt Zeiten Bilder gut in eine Fotobuch-Auswahl für Fotografen. Das Buch zeigt, dass ein fotografisches Werk nicht aus einzelnen gelungenen Bildern besteht. Es entsteht durch Wiederholung, Haltung, Dauer und einen Blick, der über Jahrzehnte erkennbar bleibt.
Buchdaten kurz eingeordnet
| Titel | Barbara Klemm: Zeiten Bilder |
| Fotografin | Barbara Klemm |
| Verlag | Schirmer/Mosel |
| Jahr | 2019 |
| Umfang laut Verlag | 288 Seiten, 212 Duotone-Tafeln, 3 Abbildungen |
| Bildzeitraum | 1969 bis 2019 |
| ISBN | 9783829608770 |
| Für mich besonders wertvoll | Die Verbindung aus Zeitgeschichte, Komposition, Diskretion und fotografischer Haltung. |
Mein Fazit
Zeiten Bilder ist für mich eines dieser Fotobücher, die nicht nach schnellen Tricks aussehen, sondern nach langer fotografischer Arbeit. Es zeigt, wie stark ein Bild werden kann, wenn die Fotografin nicht lauter ist als die Situation. Wer sich für Reportagefotografie, dokumentarische Fotografie, Schwarzweiss, Bildaufbau und fotografische Zeitgeschichte interessiert, kann aus diesem Buch viel mitnehmen.
Ich würde es nicht als Anfängerbuch im technischen Sinn einordnen. Es erklärt nicht, welche Kameraeinstellung man wählen soll. Es zeigt etwas Wichtigeres: wie ein Blick über Jahrzehnte präzise bleibt.
FAQ: Barbara Klemm Zeiten Bilder
Ist Zeiten Bilder ein Fotografie-Lehrbuch?
Nein. Es ist kein technisches Lehrbuch über Kamera, Belichtung oder Einstellungen. Es ist ein Fotobuch über Barbara Klemms fotografisches Werk, Zeitgeschichte, Beobachtung und Bildsprache.
Für wen lohnt sich das Buch?
Für Fotografen, Fotobuch-Sammler und Menschen, die sich für Reportagefotografie, Schwarzweissbilder, deutsche Zeitgeschichte und präzise Bildkomposition interessieren.
Warum ist Barbara Klemm für Fotografen interessant?
Weil ihre Bilder zeigen, wie viel Kraft in Zurückhaltung, Timing und genauer Beobachtung liegen kann. Sie arbeitet nicht über Effekt, sondern über Haltung, Komposition und den richtigen Moment.