Fotografie 42: Design Flaw bei den Basler Kunsttagen 2025

Basel & konzeptuelle Fotografie
2025 war ich mit «Fotografie 42» im Rahmen der Basler Kunsttage und der Basler Kunstgesellschaft vertreten. Gezeigt wurde ein Bild aus meiner konzeptuellen Serie Design Flaw, fotografiert mit dem Model Selina Wengi aus Basel.
Für mich war diese Arbeit ein wichtiger Moment, weil sie nicht aus meiner ungestellten Street Photography kommt, sondern aus einem anderen Teil meiner Fotografie: aus einer inszenierten, konzeptuellen Bildwelt, in der Körper, Haltung, Raum und gesellschaftliche Erwartungen aufeinandertreffen.
Kurz eingeordnet
- Jahr: 2025.
- Kontext: Basler Kunsttage und Basler Kunstgesellschaft.
- Arbeit: finales Bild aus der Serie «Design Flaw».
- Model: Selina Wengi aus Basel.
- Bereich: konzeptuelle Fine-Art-Fotografie.
Ein Bild aus Design Flaw
Design Flaw ist eine mehrteilige fotografische Serie über die Bruchstellen zwischen individueller Identität und gesellschaftlichen Rahmen. Mich interessiert darin der Moment, in dem starre Erwartungen nicht mehr ganz halten: wenn Zugehörigkeit, Begehren, Anpassung und leiser Widerstand gleichzeitig sichtbar werden.
Das finale Bild der Serie arbeitet mit genau dieser Spannung. Es ist nicht laut rebellisch, sondern eher verschmitzt, körperlich und leicht provokativ. Ein Bild, das nicht schreit: «Ich breche aus», sondern eher fragt, wer diese Regeln überhaupt gebaut hat.
Selina Wengi als Model
Selina Wengi spielt in dieser Arbeit eine zentrale Rolle. Ihre Haltung, ihr Ausdruck und die körperliche Präsenz tragen die Spannung der Serie mit. In solchen Bildern geht es nicht darum, ein Model nur schön zu zeigen. Es geht darum, eine Figur zu entwickeln, die im Bild eine eigene Kraft bekommt.
Gerade bei Design Flaw war mir wichtig, dass die Bilder zwischen Strenge und Spiel bleiben. Die Serie soll nicht wie eine trockene Behauptung wirken, sondern wie ein kleiner Riss im System: ernst genug, um hängen zu bleiben, aber mit genug Energie, um nicht didaktisch zu werden.
Warum diese Arbeit zu den Basler Kunsttagen passte
Die Basler Kunsttage waren für dieses Bild ein passender Rahmen. Die Arbeit kommt aus Basel, das Model kommt aus Basel, und auch mein fotografischer Alltag ist stark mit dieser Stadt verbunden. Trotzdem ist das Bild keine klassische Basel-Ansicht. Es zeigt keinen Ort, den man sofort erkennt, sondern eine Haltung.
Das mag ich an konzeptueller Fotografie: Sie kann lokal entstehen, ohne lokal aussehen zu müssen. Ein Bild kann aus einer sehr konkreten Zusammenarbeit hervorgehen und trotzdem über etwas sprechen, das grösser ist als der Aufnahmeort.
Zwischen Kontrolle und Bruch
In Design Flaw geht es immer wieder um Ordnung und Störung. Um Linien, Körper, Kleidung, Gesten, Erwartungen. Um die Frage, was passiert, wenn ein System glatt wirken will, aber an kleinen Stellen Risse zeigt.
Diese Risse interessieren mich. Nicht als Fehler, die man korrigieren muss, sondern als Stellen, an denen etwas Eigenes sichtbar wird. Vielleicht ist genau dort die eigentliche Kraft des Bildes: nicht im perfekten Funktionieren, sondern im kleinen Bruch.
Die Basler Kunstgesellschaft als Rahmen
Dass diese Arbeit im Umfeld der Basler Kunstgesellschaft sichtbar wurde, bedeutet mir viel. Die Basler Kunstgesellschaft steht für eine lange Auseinandersetzung mit Kunst in Basel. Für mich ist es schön, mit einer konzeptuellen fotografischen Arbeit Teil dieses Zusammenhangs zu sein.
Mehr zu meiner Verbindung zur Basler Kunstgesellschaft habe ich im Beitrag Bastian Peter in der Basler Kunstgesellschaft festgehalten.
Verwandte Arbeiten und Stationen
Design Flaw gehört zu meinen konzeptuellen fotografischen Arbeiten. Weitere Werkgruppen findest du unter Photo Series, öffentliche Stationen unter Ausstellungen und den institutionellen Zusammenhang im Beitrag zur Basler Kunstgesellschaft.
Ein anderer Teil meiner Fotografie
Ich arbeite oft mit ungestellten Momenten auf der Strasse. Design Flaw kommt aus einer anderen Richtung. Hier ist die Szene bewusst gebaut, aber sie soll trotzdem nicht starr wirken. Diese konzeptuelle Fine-Art-Fotografie verbindet Inszenierung, Porträt und Bildidee, ohne dieselbe Aufgabe wie Street Photography zu übernehmen. Mich interessiert der Punkt, an dem eine inszenierte Fotografie lebendig wird: wenn sie nicht nur eine Idee erklärt, sondern eine eigene Spannung entwickelt.
Vom Ausstellungsbild zum fertigen Print
Für den Weg von einer Bildidee in den Raum müssen Auswahl, Format und Material zusammenpassen. Der Ratgeber Fotoausstellung vorbereiten ordnet den gesamten Ablauf. Bei der Ausarbeitung helfen die Entscheidungen, einen Fine-Art-Print drucken zu lassen und je nach Bildwirkung Acrylglas oder Alu-Dibond zu wählen.
Eine Serie als Fotobuch weiterdenken
Eine Ausstellung ordnet Bilder im Raum; ein Buch verlangt eine eigene Reihenfolge, Übergänge und ein passendes Format. Der Ratgeber Fotobuch für Fotografen zeigt, wie sich eine fotografische Serie für diese andere Form weiterentwickeln lässt.